Saudi-Arabien zieht sich überraschend aus dem Rennen um die Austragung der Rugby-Weltmeisterschaft 2035 zurück – nun wird die Frage nach dem zukünftigen Gastgeber dieser bedeutenden Sportveranstaltung umso drängender. Nachdem der saudische Sportminister Abdulaziz bin Turki Al-Faisal zuvor noch mit der Idee spielte, die Rugby-WM 2035 auszurichten, lenkt das Land nun überraschend ein. Die Entscheidung wirft nicht nur Fragen hinsichtlich der Entwicklung des Rugby-Sports in der Region auf, sondern gibt auch Anlass zur kritischen Betrachtung der Realitäten des internationalen Rugbys.
Saudi-Arabien, bekannt vor allem durch die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2034, hatte versucht, seine Position als ein aufstrebender Gastgeber im globalen Sport zu festigen. Trotz ambitionierter Pläne und der potenziellen Chance, den Rugby-Sport in der Region zu fördern, scheint der Verzicht auf die Ausrichtung der Rugby-Weltmeisterschaft 2035 ein Signal zu sein, dass die infrastrukturellen und sportlichen Voraussetzungen noch lange nicht erfüllt sind.
Die Folgen für die Rugby-WM 2035 sind erheblich: Angesichts der Tatsache, dass die Weltmeisterschaften 2027 und 2031 in Australien und den USA stattfinden, deutet vieles darauf hin, dass Europa als nächster Kontinent für die Ausrichtung der Rugby-WM 2035 favorisiert wird. Spanien, als eines der heißesten Kandidatenländer, profitiert bereits von dieser Entwicklung. Die Entscheidung Saudi-Arabiens könnte somit die Karten bei der Vergabe neu mischen und die politischen Prioritäten innerhalb von World Rugby auf den Kontinent mit der längsten Rugby-Tradition lenken.
Rugby in Saudi-Arabien: Eine Herausforderung zur Entwicklung des Sports
Der Sportminister Saudi-Arabiens, Prinz Abdulaziz bin Turki Al-Faisal, hatte einst große Hoffnungen in eine gemeinsame Bewerbung mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten gesetzt, um die Rugby-WM 2035 oder 2039 auszurichten. Dabei beruhten die Ambitionen vor allem auf der Dynamik der Region als Gastgeber verschiedener hochkarätiger Sportveranstaltungen. Doch das Fehlen einer etablierten Rugby-Kultur und der begrenzte nationale Spielbetrieb sind unverkennbare Herausforderungen.
Für die saudische Führung wird ersichtlich, dass nur durch einen langen Atem und grundlegende Investitionen in die Sportinfrastruktur und die Talentförderung eine nachhaltige Rugby-Community entstehen kann. Ohne eine signifikante Basis von Spielern und einem kompetitiven Umfeld bleibt eine solche Weltmeisterschaft ein gewagtes Unterfangen. Die aktuelle Entscheidung, auf die Austragung zu verzichten, unterstreicht diese Realität.
Internationale Auswirkungen: Wer sind die nächsten Kandidaten für die Rugby-WM?
Mit dem Rückzug Saudi-Arabiens verschieben sich die internationalen Machtverhältnisse im Rennen um die Rugby-WM 2035. Spanien rückt immer stärker in den Fokus und könnte nach den Austragungen in Australien (2027) und den USA (2031) erstmals die Bühne für eine Rugby-Weltmeisterschaft bieten. Dies würde nicht nur den europäischen Rugby-Verband stärken, sondern auch das weltweite Wachstum des Sports fördern.
Die Entscheidung des Golfstaates wirft jedoch auch ein Licht auf die Missverhältnisse zwischen politischen Ambitionen und der Realität vor Ort. Während Saudi-Arabien die großen Fußballveranstaltungen als Teil seiner Sportstrategie erfolgreich nutzen kann, zeigt sich im Rugby-Sektor eine andere, schwierigere Entwicklungssituation. Der Verzicht schärft damit den Blick auf die Herausforderungen, die mit der Austragung von Weltmeisterschaften in nicht-traditionellen Rugby-Ländern einhergehen.